M.I.Hummel

M.I.Hummel - Das Vermächtnis einer Künstlerin

Schwester Maria Innocentia Hummel - diesen Namen kennen Millionen Menschen in aller Welt. Er weckt in uns Erinnerungen an heile Kindertage, und lässt uns die Hektik des Alltages vergessen lassen.

Als Berta Hummel wurde sie am 21. Mai 1909 in Massing in Bayern geboren. Schon bald zeigte sich ihr künstlerisches Talent, das sowohl von den Eltern als auch in Schule gefördert wurde. So wagte sie 1927 mit 18 Jahren den großen Schritt nach München an die Akademie für Angewandte Kunst.. Auf dieser Reise begleitete das doch so behütete Mädchen auch ihr Vater, der durch seine eigene künstlerische Neigung, sie stets auf ihren Weg unterstützt hatte.

Nachdem Berta in München ihre ersten Eindrücke sammeln konnte, schrieb sie voll Heimweh nach Hause: „Ich mag München überhaupt nicht !".

Doch mit der Zeit lernte sie das kulturelle Leben in München zu genießen. Museen, Theater und Kino begeisterten Sie. Während des Studiums lernte sie auch zwei Franziskanerinnen aus dem Sießen in Würtenberg kennen. Berta, die seit ihrer frühen Kindheit in einen tiefen katholischen Glauben verwurzelt war, schloss Freundschaft mit den beiden Schwestern, die ebenfalls ein Kunststudium absolvierten. Sie verließ ihr bisheriges Studentenquatier und zog in das Mädchenwohnheim der Familienschwestern.

Nach vier Jahren schloss Berta Hummel ihr Studium als Klassenbeste ab, und die Professoren prophezeiten ihr eine große Zukunft. Doch die Freundschaft mit den beiden Ordensschwestern und der Gedanke Kunst und Religion in ihrem künftigen Schaffen zu verbinden, ließen in Berta Hummel den Entschluss reifen, statt einer künstlerischen Laufbahn, den Weg des klösterlichen Lebens zu wählen.

Nach Beendigung des Studiums im April 1931 trat sie ins Kloster Sießen ein . Im August 1933 wurde sie eingekleidet und erhielt den Namen Maria Innocentia. Am 30. August 1934 legte sie ihr Ordensgelübde ab. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehörte auch der Zeichenunterricht an einer vom Kloster betreuten Schule. Diese Arbeit erfüllte sie, denn ihre große Liebe gehörte vor allem den Kindern . Sie begann das spielende Treiben der Kinder im Schulhof, im Klostergarten festzuhalten. Sie hatte schon immer gerne porträtiert und ihrer Karikaturen waren geliebt und gefürchtet. Doch nun fand Maria Innocentia zu ihren eigenen Stil.

Eine erste Ausstellung ihrer Werke erregte Aufsehen. Schon bald stellten sich auch Verleger ein und Karten mit ihren Zeichnungen wurden bekannt und beliebt. So lernte der Besitzer einer Porzellanfabrik in Rödental bei Coburg, Franz Goebel diese Zeichnungen kennen. Er war auf der Suche nach etwas Neuem und diese Zeichnungen begeisterten ihn ganz und gar. Zusammen mit den Meisterbildhauern Reinhold Unger und Arthur Möller aus seinen Ateliers prüfte er die Möglichkeiten, diese Zeichnungen in Form von Figuren neues Leben einzuhauchen.

Schließlich traf er mit der Künstlerin und ihrer Oberin im Kloster Sießen zusammen. Nach einigen Unterredungen konnte ein Lizenzabkommen abgeschlossen werden und schon 1935 wurden die ersten M.I.Hummel-Figuren auf der berühmte Messe in Leipzig vorgestellt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Oft weilte Maria Innocentia selbst in Rödental, um die Umsetzung ihrer Zeichnungen zu begutachten.

So begann die aufregende Geschichte eines großen internationalen Erfolges.

Leider erfüllte sich das künstlerische Schaffen dieser bedeutenden Frau viel zu früh. Im November 1946 fiel sie im Alter von nur 37 Jahren einer Tuberkulose zum Opfer. Doch noch heute gelten ihre einst erarbeiteten Beurteilungskriterien für jede neue Hummelfigur und machen so aus jedem Stück eine kleine Kostbarkeit.